CURRICULUM VITAE
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| Bernd Litke, |
Seit 2008 wieder Freiberufler
Als Journalist und Pianist bin ich heute vielseitig tätiger Künstler (zumindest im Verständnis des Finanzamts).
Zu meinen Hauptbeschäftigungen gehören:
Redner auf familiären Feiern
- für diesseitsgewandte Trauerreden im Auftrag Hinterbliebener
- für weltliche Hochzeitsreden mit Zeremonie für frisch verheiratete Paare
- für Festreden auf Jubilare zu entsprechenden Anlässen
Journalist für Feuilleton-Themen in der Publikumspresse und im Internet
Pianist auf Events aller Art für gefällige Swing-Loungemusic im Hintergrund
1993 bis 2007 Geschäftsführer
In Essen, inmitten des Ruhrgebiets, Übernahm ich in meiner dritten beruflichen Station 1993 einen mittelgroßen Fachverlag, der traditionell auf Periodika und Bücher technisch-wissenschaftlichen Inhalts für die Montanwirtschaft spezialisiert ist.
Eingebunden in einen großen internationalen Industriekonzern hatte ich mir ein langfristig sicheres Beschäftigungspotenzial verschafft. Der Verlagsalltag gestaltete sich jedoch im Lauf der Jahre zunehmend schwieriger. Restrukturierungen und Relaunchs, thematische Diversifizierung, Akquise neuer Herausgeber von Organzeitschriften, Kooperation mit Hochschulinstituten, Ingenieurbüros und zusätzlichen Verbänden - all dies hielt den Verlag unter meiner Leitung markt-, aber auf Dauer doch nicht konzernfähig.
Trotz publizistischer Erfolge und höflicher Akzeptanz im Konzern war schließlich dessen Besinnung auf das Kerngeschäft Richtschnur für die unerwartete Desinvestition: Der Fachverlag mit 3 Mio. € Jahresumsatz konnte von einer größeren Verlagsgruppe übernommen werden. Mein Vertrag wurde erwartungsgemäß nicht verlängert.
Kennen gelernt habe ich in meinen Essener Jahren die Messeplätze der Montanindustrie in fast der ganzen Welt, besonders den Umgang mit Polen, Russen und Chinesen. Vertraut bin ich mit dem deutschen Hochschulbetrieb. Perfektioniert habe ich im Verlag Gremienverhalten und Auskommen mit der jeweiligen Konzerntaktik, im Verlegerhandwerk Fachzeitschriften- und Buchmarketing, Lektorat und Herstellung, Kostenmanagement und Bilanzierung.
1984 bis 1992 Consultant
Nach 14-jährigem Angestelltenverhältnis bei einem einzigen Arbeitgeber lockte mich 1984 im Lebensalter von 38 Jahren als zweite berufliche Station die Selbstständigkeit. Bildschirmtext (Btx) steckte in den Kinderschuhen, der Personal Computer trat auf den Plan. Ich hatte gekündigt und nannte mich Telekommunikationsberater mit Büro in Dreieich-Götzenhain bei Frankfurt am Main.
Meine Beratung betraf hauptsächlich die Einführung neuer Medien, wie man sie damals bezeichnete, aber auch die Lösung konventioneller Kommunikationsaufgaben in Werbung, Public und Corporate relations. Mein Honorarumsatz pendelte sich sofort auf ein Mehrfaches meines früheren Angestelltengehalts ein, die Entscheidung zur freiberuflichen Existenz erwies sich rundum als richtig.
Meine bedeutenden Klienten waren eine damals expandierende Handelsgruppe, eine Messegesellschaft, eine Berufskammer sowie mittelgroße und kleine Verlage. Dann begann eine private Fernsehsendung, deren Betreibergesellschaft einen zusätzlichen koordinierenden Geschäftsführer suchte. Im Rahmen eines Beratungsvertrags übernahm ich für vier Jahre diese Teilzeitaufgabe. Anschließend arbeitete ich als Mitgeschäftsführer einer Medienberatung.
Die angenehmen Seiten der Freiberuflichkeit ließen mich jedoch auch deren Schatten erleben vor allem die dauerhafte Anspannung, Klienten zu erhalten und neue zu gewinnen, häufige Überbelastung, auch der Zwang zur Selbstverwaltung vom Materialeinkauf bis zu Abstimmungen mit der Steuerberaterin. Als über eine Personalberatung die Alternative als Alleingeschäftsführer eines Fachverlags aufschien, griff ich 1993 zu.
1969 bis 1983 Redakteur
Als Student der Betriebswirtschaftslehre hatte ich eine Nebenbeschäftigung nahe der Universität im Frankfurter Westend gesucht und bei einem großen Fachverlag gefunden. Ich wurde dort rasch in meiner ersten beruflichen Station Redakteur einer führenden Fachzeitschrift der Ernährungswirtschaft. Zu meinem großen Glück förderte mich deren Chefredakteur sehr. Am Ende meiner dortigen ersten beruflichen Station war ich unter 30 Redakteurinnen und Redakteuren sowie mehreren Korrespondenten "Chef vom Dienst".
Die erlebnisreiche Zeit, die ich dort ab meinem 23. Lebensjahr genoss, prägte mich für meinen Beruf. Der Einstieg ließ mich meine Studienabsichten angesichts der Wirrnisse im studentenrevolutionären Frankfurt der 68er-Epoche vergessen. Im siebten Semester brach ich ab. Fasziniert stürzte ich mich in die neue Welt der Redaktion, des Umgangs mit Entscheidern, der Teilnahme an internationalen Messen und Kongressen. Ich nutzte die vielfältigen Angebote zu Reisen in die westliche Welt, vor allem in die USA, aber auch nach Frankreich und in die Schweiz. Ich verbesserte dabei meine französischen und englischen Businesssprachenkenntnisse.
Für den Verlag wurde ich mit unterschiedlichen Zusatzaufgaben betraut: Als Alleinredakteur eines Monatsmagazins, als geschäftsführendes Vorstandsmitglied eines Manager-Clubs, für den ich unter anderem jährlich einen Kongress in München organisierte, oder als Dozent an der Frankfurter Akademie für Marketing-Kommunikation.
Aus dieser Perspektive erahnte ich die Geschäftschancen als Freiberufler und wagte im Orwell-Jahr 1984 den Absprung. Ich hatte buchstäblich die "große" Verlagswelt kennen gelernt und besaß wertvolle persönliche Verbindungen zu Führungskräften. Unterdessen hatte ich das Selbstvertrauen und auch die Fähigkeit erworben, ohne soziales Netz eigenverantwortlich zu arbeiten.
Privates
In Frankfurt am Main wurde ich als erstes von drei Kindern am 23. September 1946 geboren, mein Vater war Orchestermusiker, meine Mutter die Tochter eines seiner Lehrer. Musik, aktiv am Klavier oder rezipierend im Konzertsaal, bestimmte früh die Freuden meines Lebens. Meine Eltern nahmen zu Recht an, das humanistische Heinrich-von-Gagern-Gymnasium sei das Optimum für mich. An den Städtischen Bühnen Frankfurt war ich schon zur Schulzeit eifriger Statist in Oper und Schauspiel.
Nach dem Abitur 1966 schwebte mir vor, Journalist zu werden - ich meinte allerdings das Feuilleton. Während meines Wehrdiensts als Pianist bei einem Heeresmusikkorps der Bundeswehr schwenkte ich gleichwohl zur Wirtschaft und schrieb mich danach an der Frankfurter Johann Wolfgang Goethe-Universität ein. Die Propädeutika- und Proseminar-Scheine für BWL machte ich trotz manches Gasthörens bei den Germanisten noch - mein selbst gewähltes Studium generale. Als der Studienbetrieb durch die 68er-Folgen zunehmend gestört wurde und während meines siebten Semesters der erste Verlagsjob mit ungewohnt regelmäßigem Einkommen lockte, exmatrikulierte ich, jedoch nicht ohne einen "kleinen" Abschluss als diplomierter Außenhandelskaufmann an der von der Frankfurter Industrie- und Handelskammer getragenen "Akademie für Welthandel".
Ich bin seit 1992 mit meiner Frau Christine, einer Journalistin, verheiratet. Meine Freizeitinteressen gelten heute neben unserem Freundeskreis an Main und Ruhr dem häuslichen Klavierspiel, Oper und Konzert, dem Reitsport und der Weltraumfahrt. Ich bin Leser der Frankfurter Allgemeinen, von Die Zeit und Spiegel Online, sehe bevorzugt 3sat, höre klassische Musik, besuche Museen, verfolge zeitgenössische deutsche Literatur und halte aus Goethe-Zuneigung Verbindung zum Freien Deutschen Hochstift. An der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK Frankfurt am Main) studiere ich Musikwissenschaft als Gasthörer. Ich bin in meiner Geburtsstadt wieder angekommen.
11/2008
